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Hier wohnten
Juden
in Okarben 


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>Der Text dieser Website wird laufend
>(entsprechend weiterer Recherchen und Gespräche mit Zeitzeugen)
>aktualisiert!

> Personen, die in der Namensliste
kursiv dargestellt sind,

>haben in den 30er-Jahren nicht mehr in Okarben gelebt!

Dank der intensiven Unterstützung von >
Frau Monica Kingreen, >
Fritz-Bauer-Institut, Frankfurt. >

wurden die uns vorliegenden Unterlagen >
entsprechend vervollständigt. >
Kennzeichnung: (MK). >

Die  Angaben über die Internierung im KZ Buchenwald hat uns >
das Thüringische Staatsarchiv, Weimar >
zur Verfügung gestellt. >

Bei den Recherchen über Deportationen aus Frankfurt >
hat uns Herrn Michael Lenarz, >
Jüdisches Museum, Frankfurt/M geholfen. >
Kennzeichnung: (ML), >

Die Angaben über Eintragungen in >
Hausstandsbüchern der Stadt Frankfurt/M >
haben wir von Frau Sigrid Kämpfer >
Institut für Stadtgeschichte, Frankfurt/M erhalten.>
Kennzeichnung: (SK). >

Bei der Ermittlung von Geburtsdaten und Familienzusammenhängen hat uns >
Herr Schnitzer, Standesamt Karben, >
in zahlreichen Fällen unterstützt. >

Frau Erika Schade, Stadtverwaltung Karben, >
hat dankenswerterweise mit zahlreichen Daten >
zur Komplettierung der folgenden Aufstellung beigetragen.>
Kennzeichnung: (ES). >

Herr Meinhard Jänsch, Petterweil, hat uns freundlicherweisse>
aus Personenstandsregistern der jüdischen Gemeinde Burg-Gräfenrode>
Daten zur Verfügung gestellt, die er in einem "Familienbuch" zusammengefaßt hat.>
Kennzeichnung: (MJ).>

Weitere Ergänzungen haben wir der Website >
www.yadvashem.org entnommen.>
Kennzeichnung: (YV) >
und dem Gedenkbuch des Bundesarchivs >
Kennzeichnung: (BG). >

Stolpersteinverlegung am 14.02.09: Kennzeichnung




Wir bedanken uns bei Frau Ellen Holz für ihre Recherchen
zum Thema: "Jüdische Familien in Okarben",
 (Foto:Sammlung E.Holz)                                                                                                                                                
hier mit der Zeitzeugin Hanna Beer in Nizza, der Kusine von Hans Grünewald

Großgasse 1
Stadtplan mit Hinweis >hier

(Foto: StolpSteiKarben)                          
In der Großgasse 1     
wohnte die Familie Grünewald:


    Herz
Grünewald
*20.12.1833


    
    Regine
Grünewald
geb.Hammel
*11.01.1841

    
    
     
Jakob
*7.11.1865
Johanna
*7.6.1868
Isidor
*26.9.1871
Sally
*20.2.1875
Siegfried
*12.10.1876
Adolf
*20.4.1878
 Ida
*16.10.1880
 Emilie
*3.12.1883


    
 Bella
Fleischmann

 Siegfried
Stern

Johanna
Schack
 Klara
Sandheim

    



    
Hans++
Grünewald


Benno
Stern

und


Betty+
Stern

und

Karoline+
Stern
 
Hermann
Grünewald



Lilli
Grünewald
verw.Löb
verh.Löwenstein

und


Gerdi
Grünewald
gesch.Hofstadt
verh.Epstein

    
+Ermordet in Lodz  /  ++Ermordet in Minsk


Grünewald, Herz, (geb am 20.12.1833 in Okarben) Landhandel,
heiratete 1865,
hatte 8 Kinder, die beiden jüngsten Mädchen starben im Kindesalter. >>> Gestorben am 03.12.1898 und auf dem Friedhof Groß-Karben beerdigt.

Grünewald, Regine, geborene Hammel (geb 11.01.1841 in Oberrosbach)

seine Ehefrau,
Heiratete 1865, hatte 8 Kinder, die beiden jüngsten Mädchen starben im Kindesalter
>>> Gestorben am 14.09.1914 und auf dem Friedhof in Groß-Karben beerdigt.


Grünewald, Jakob, (geb 07.11.1865 in Okarben),
Sohn von Herz und Regine Grünewald,
übernahm zusammen mit seinem Bruder Sally den Landhandel des Vaters,
heiratete am 24.12.1900 Bella Fleischmann in Fürth
>>> Gestorben am 1. Februar 1931.


(siehe auch unter "Stolpersteine-wo" >hier)

Grünewald, Bella, geborene Fleischmann, (geb 11.05.1882 in Fürth),
Ehefrau von Jakob Grünewald.
>>> Nachdem die Ausgrenzung im Dorf immer massiver und ein Leben im Ort unerträglich wurde, floh Bella Grünewald nach Frankfurt in die Beethovenstraße 5a, wo sie
am 20.03.1935 ihrem Leben mit einer Überdosis Schlaftabletten ein Ende setzte. Sie starb im Krankenwagen auf dem Weg von der Beethovenstraße zum jüdischen Krankenhaus in der Gagernstraße.

(Foto: Sammlung Hanna Beer)  
Bella Grünewald mit Sohn Hans

(siehe auch unter "Stolpersteine-wo" >hier)

Grünewald, Hans,
(geb 11.09.1901 in Okarben),
Sohn von Jakob und Bella Grünewald, geborene Fleischmann.

>>>Zeitzeugen berichten über Studium und Promotion in Göttingen oder Frankfurt (Quelle: Recherche E: Holz).
Beide Universitäten konnten dieses aber nicht bestätigen!

>>>Belegt ist, dass Hans Grünewald in Okarben eingeschult wurde und anschließend die Augustiner-Schule in Friedberg besucht und diese 1917 mit einem FA (?) Abschluss verlassen hat (Quelle: Archiv der Augustiner-Schule).

>>>1926 war er in Okarben als "Kaufmann" tätig, 1928 war er Inhaber einer "Getreide-, Kartoffel,- und Kunstdüngerhandlung" in der Große Gasse 1 (Quelle: Adressbücher des Kreises Friedberg 1926 und 1928. Der Landhandel Herz Grünewald, Teilhaber Jakob und Sally Grünewald, ist zusätzlich unter der gleichen Adresse aufgeführt!!! ).

>>>Er wohnte noch am 15.6.1937 in Okarben ("Judenkartei"), flüchtete aber später nach Frankfurt, in der Hoffnung, die Nazizeit in der Anonymität der Großstadt überstehen zu können (Quelle: Recherche E. Holz).

>>>Hans Grünewald wurde nach dem November-Pogrom am 12.11.1938verhaftet (in Frankfurt?) und anschließend bis zum 3.2.1939 (fast 3 Monate!) im KZ Buchenwald (Häftlingsnummer 26230) interniert. Das hierfür berechnete "Fahrgeld" von 15 RM musste er sich am 28.11.1938 aus Frankfurt schicken lassen... (Quelle: Hauptstaatsarchiv Weimar)


Quelle: Hauptstaatsarchiv Weimar

Bei der Volkszählung am 17.5.1939 wurde Hans Grünewald (innerhalb oder außerhalb Hessens) nicht erfasst (Quelle: Bundesarchiv Berlin)

>>>In Frankfurt wohnte er (von/bis ?) bei einer Verwandten in der Savignystraße 35, später ab 1941 im Baumweg 35. Zu diesem Zeitpunkt war er zu Erdarbeiten zwangsverpflichtet (Quelle Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, siehe Schriftwechsel unten).

>>> Am 11.11.1941 wurde er nach Minsk verschleppt und ermordet (Quelle: Gedenkblätter Bundesarchiv).




Informationen zum KZ Buchenwald > hier

Quelle: Hauptstaatsarchiv Wiesbaden 519/3 29902



Die Gestapo in Frankfurt verschiebt die für ursprünglich 2. November 1941 vorgesehene Deportation um neun Tage auf Donnerstag, den 11. November, vermutlich um mit einigen Rüstungsbetrieben zuvor Rückstellungswünsche für jüdische Zwangsarbeiter abzustimmen. Die Opfer werden drei Tage zuvor über ihre Verschleppung, nicht aber über das Fahrtziel unterrichtet.
Der Frankfurter Transport erreicht das kriegszerstörte Minsk wahrscheinlich am 17. November 1941. Durch die Trümmer müssen die Verschleppten quer durch die Stadt in das Ghetto laufen. dort werden sie mit den Leichen weißrussischer Juden konfrontiert. Um "Platz für die Neuankömmlinge zu schaffen", waren vor deren Ankunft 6624 Ghettoinsassen ermordet worden.
(aus "und keiner hat für uns Kaddisch gesagt..." Deportationen aus Frankfurt: Stroemfeld-Verlag)

Zwischen dem 11. November und dem 5. Dezember 1941 trafen in sieben Zügen aus Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt/M, Berlin, Brünn, Bremen und Wien rund 7.000 Juden ein. Weitere geplante Züge wurden wegen der angespannten Transportlage nach Riga bzw. KZ Jungfernhof umgeleitet. Etwa 1.400 von den nach Minsk geschafften Juden wurden zum Arbeitseinsatz in Reparaturwerkstätten, Versorgungslagern der Wehrmacht, der Organisation Todt und der Eisenbahn eingeteilt.                                                                                              (aus Wikipedia: Minsk)
Weitere Information über Ghetto Minsk > hier

Grünewald, Johanna, (geb 07.06.1868),
Tochter von Herz und Regine Grünewald,
heiratete Siegfried Stern aus Rosbach.
>>> ?

Grünewald, Isidor, (geb. 26.09.1871),
Sohn von Herz und Regine Grünewald. Er war verheiratet mit
Johanna, geborene Schack,(geb 13.01.1870, Eltern: Emanuel und Käthchen Schack). Sie wohnten in Guntersblum in der Bleichstraße 8 und hatten einen Sohn: Hermann Grünewald, (geb am 28.12.1898 in Guntersblum).  Dieser betrieb ein Eisenwarengeschäft und hatte zwei Töchter: Anne (geb 1927, verheiratete Hellmann) und Doris (geb 1931, gestorben 1977).
>>> Isidor Grünewald starb am 04.07.1905 in Guntersblum.
>>> Sohn Hermann emigrierte über Karlsruhe in die USA.
>>> Seine Ehefrau Johanna wurde am 27.09.1942 zusammen mit dem Schwager Adolf Grünewald, der 1932 auch nach Guntersblum gezogen ist, über Darmstadt nach Theresienstadt deportiert und starb dort nach sechs Wochen, am 08.11.1942 (siehe auch unter Adolf Grünewald).


Grünewald, Sally, (geb 20.02.1875 in Okarben),
Sohn von Herz und Regine Grünewald, übernahm zusammen mit seinem Bruder Jakob den Landhandel des Vaters,
verheiratet mit Klara Grünewald.
>>> Gestorben am 14.01.1930 und auf dem Friedhof in Groß-Karben beerdigt.

(Foto: Sammlung Hanna Beer)
Bella und Jakob Grünewald
mit den beiden Töchtern von Klara Grünewald: Lilly und Gerdi

Grünewald, Klara, geborene Sandhelm, (geb 19.12.1878),
Ehefrau von Sally Grünewald.
>>> Nachdem sie im „Verzeichnis über das Vermögen von Juden nach dem Stand vom 27. April 1938“ die Erklärung „Lt. Besitzer kein Vermögen außer den nötigen Hausgeräten“ (!) unterzeichnete, konnte sie nach Haifa ausreisen, wo sie am 27.10.1949 starb.

Grünewald, Lilly, (geb 20.08.1903 in Okarben),
Tochter von Sally und Klara,
heiratete am 12.10.1924 Adolf Löb (geb 6.2.1888), den Sohn einer Metzgerfamilie in Bad Vilbel und führte mit ihm dort das Geschäft.
>>>Nach den Boykottmaßnahmen, schlossen sie das Geschäft am 30.06. 1937 und wanderten mit ihren beiden Kindern nach Haifa aus. Nach dem Tod von Adolf Löb heiratete sie 1952 Herbert Löwenstamm und lebte mit ihm in Kiriath Bialik in Israel.

Grünewald, Gerdi (geb 17.01.1906 in Okarben),
Tochter von Sally und Klara,
heiratete am 15.09.1927 Max Hoffstadt geb. 09.05.1900 aus Burg Gräfenrode.
>>> Die beiden wanderten 1937 aus nach Haifa, die Ehe wurde am 03.12.1954 geschieden. Am 17.02.1955 heiratete sie Max Epstein in den Niederlanden. Sie lebten zusammen in Hertogenbosch in Holland. Später zog sie in die Schweiz.
(Ihr erster Mann, Herr Hoffstadt, hat auch nochmals geheiratet und verstarb am 05.06.1974 in Troisdorf).


Grünewald, Siegfried (geb 12.10.1876),
Sohn von Herz und Regine Grünewald,
>>> am 26.06.1933 gestorben und auf dem jüd. Friedhof in Frankfurt beerdigt.

                                                            Foto:Sammlung E.Holz)      
Grünewald, Adolf,
(geb 20.4.1878 in Okarben), Sohn von Herz und Regine, arbeitete bei seinen Brüdern in der Futtermittelhandlung.
>>> Nach dem Tod seiner Brüder Jakob (1931) und Sally (1930)
zog er am 19. Januar 1932 nach Guntersblum, wo seine Schwägerin Johanna Grünewald, geb. Schack in der Bleichstraße 8 wohnte, die bereits 1905 ihren Mann (den Bruder von Adolf) Isidor Grünewald (geb. am 26.09.1871) verloren hatte (siehe auch unter Johanna Grünewald, Ehefrau von Grünewald, Isidor).
Adolf Grünewald wohnte hier ("um die Ecke") in der Viehgasse 1 im Gebäude der ehemaligen Judenschule Guntersblum, die vermutlich bereits in den 20er Jahren geschlossen und dann in zwei Wohnungen aufgeteilt wurde.
>>> Am 27.06.1942 wurde er im Alter von 64 Jahren - zusammen mit Johanna Grünewald - die kurz vor der Deportation noch in die ehemalige Judenschule eingewiesen wurde - über Darmstadt nach Theresienstadt deportiert und starb dort nach sieben Wochen, am 14.12.1942.

Information über Ghetto Theresienstadt > hier


Grünewald, Ida, (geb am 16.10.1880),
Tochter von Herz und Regine Grünewald.
>>> Gestorben am 22.05.1884

Grünewald, Emilie, (geb am 03.12.1883),
Tochter von Herz und Regine Grünewald,
>>> Gestorben am 21.05.1885

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Folgende "Grünewalds" , die in Okarben geboren sind,
wurden im November 1938 von Frankfurt am Main in das KZ Dachau verschleppt
(Monica Kingreen: "Von Frankfurt in das KZ Dachau" >hier):

Grünewald, Emil, geb am 17.03.86 in Okarben,
Sohn von Louis und Rosa Grünewald (geb. Katz)
Emil Grünewald war Kaufmann, verheiratet, hatte ein Kind (Kurt).
1938 wohnte er in Ffm, Wittelbacher Allee 2.
>>> Vom 14.11. bis 13.12.1938 "Schutzhaft" im KZ Dachau interniert (Häftlingsnummer 24 211).
Emil Grünewald wurde ab Frankfurt a. Main am 11.11.1941 in das Ghetto Minsk verschleppt. (BG, YV)

Grünewald, Isidor (Jhedar), geb am 29.11.84 in Okarben,
Sohn von Markus (geb 23.7.1849 in Okarben) und Hanchen (Johanna) Grünewald, geborene Goldschmidt (ca. 1851 in ?), die am 1876 in Okarben geheiratet haben.

Isidor Grünewald wohnte seit 1903 in Frankfurt. Er war Schneider, verheiratet (seine Frau hieß Klara), hatte zwei Kinder (Ruth Selig und ?).
1938 wohnte er in Ffm, Quinkestraße 11.
>>> Vom 14.11. bis 13.12. 1938 "Schutzhaft im KZ Dachau interniert (Häftlingsnummer 24 306). Isidor Grünewald wurde ab Frankfurt am 20. Oktober 1941 in das Ghetto Litzmannstadt (Lodz) verschleppt. (BG, YV)Isidor Grünewald wurde ab Frankfurt am 20. Oktober 1941 in das Ghetto Litzmannstadt (Lodz) verschleppt. (BG, YV)
Isidor Grünewald wurde ab Frankfurt am 20. Oktober 1941 in das Ghetto Litzmannstadt (Lodz) verschleppt. (BG, YV)

 

Ein weiterer "Grünewald" ist in Adressbüchern des Kreises Friedberg zu finden:

Grünewald, Markus ist in den Adressbüchern des Kreises Friedberg 1895 und 1906 als Inhaber eines Manufakturen- und Modehandels unter der Adresse Okarben Nr. 72 ausgewiesen (Der Landhandel Herz Grünewald befand sich in Okarben, Haus Nr. 84).
>>> ?


Hauptstraße 55
Stadtplan mit Hinweis >hier

(Foto: StolpSteiKarben)              
In der Hauptstraße 55  (ehemals Nr. 30) wohnte
Kahn, Abraham, (geb 15.07.1843 in Okarben),
Ziegenhändler, heiratete am 29.05.1882 in Okarben Hanchen Grünewald
>>>Abraham Kahn starb am 30.01.1932.


Kahn, Hanchen, geborene Grünewald, (geb 25.01.1845 in Okarben),
Ehefrau von Abraham Kahn. Sie war die Tochter von Zadith (am 25.03.1876 in Okarben verstorben) und Elisa Grünewald (geborene Junker).
Hannchen Kahn hat den ehelichen Lebensunterhalt durch Hausieren mit Kurzwaren aller Art bestritten.
>>> Sie starb am 25.10.1918.


(siehe auch unter "Stolpersteine-wo" >hier)

Kahn, Adolf (lt. Geburtenbuch Adolph, geb 15.03.1883 in Okarben),
reisender Textilkaufmann,
Sohn von Abraham und Hanchen.
>>> Nachdem er und seine Frau von den Nazis nicht nur drangsaliert sondern auch bedroht wurden und zuletzt sogar in ihre Fenster geschossen wurde, flüchteten Adolf und Selma Kahn am 17. August 1936 in die vermeintliche Sicherheit nach Frankfurt in die Rückertstraße 45.
Vom 12. November 1938 (nach Pogrom) bis zum 14. Dezember 1938 war er im KZ Buchenwald (Häftlingsnummer 2594) interniert


Informationen zum KZ Buchenwald > hier
Im Mai 1942 werden Adolf Kahn und seine Frau Selma von Frankfurt nach Polen in den Raum Lublin (Majdanek/Izbica) verschleppt und ermordet.

Die "Sicherungsanordnungsakte" der Familie Kahn endet mit dem Vermerk: "Evakuiert" (!) am 14.06.1942. Da die Familie Kahn nicht in der Deportationsliste vom 11.6.1942 steht (von A bis zum Namen "Katzenstein" noch vorhanden), ist davon auszugehen, dass Adolf und Bertha Kahn mit einer der beiden Mai Deportationen im Jahr 1942 in den Raum Lublin (Majdanek/Izbica) verschleppt wurden.
Hinweise darauf, dass das Ehepaar Kahn am 30. September 1942
(über das Sammellager Darmstadt) nach Treblinka verschleppt und ermordet wurde, haben sich nicht bestätigt.


(siehe auch unter "Stolpersteine-wo" >hier)

Kahn, Selma, geborene Hirsch, (geb 04.10.1878 in Herborn/Dillkreis), Ehefrau von Adolf Kahn, verkaufte im eigenen Geschäft Kurzwaren
>>> siehe Ehemann Kahn, Adolf


Deportationen im Mai/Juni 1942 aus Frankfurt in den Raum Lublin: 

   938 Juden am 03.5.1942 
  957 Juden am 24.5.1942 
1135 Juden am 11.6.1942 

Die drei Deportationen  (Mai/Juni 1942) sind jeweils für das Durchgangslager Izbica bestimmt. In Lublin werden Arbeitsfähige für das Konzentrationslager Majdanek ausgesondert. Frauen, Kinder und Gebrechliche kommen entweder nach Izbica, von dort in andere Arbeitslager oder direkt in das Vernichtungslager Sobibor, wo sie vergast werden.

Von den insgesamt 3 030 Juden dieser drei Transporte überlebte keiner...

aus "und keiner hat für uns Kaddisch gesagt..." Deportationen aus Frankfurt: Stroemfeld-Verlag"