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>(entsprechend weiterer Recherchen und Gespräche mit Zeitzeugen)
>aktualisiert!
> Personen, die in der Namensliste kursiv dargestellt sind,
>haben in den 30er-Jahren nicht mehr in Groß-Karben gelebt!
Dank der intensiven Unterstützung von >
Frau Monica Kingreen, >
Fritz-Bauer-Institut, Frankfurt. >
wurden die uns vorliegenden Unterlagen >
entsprechend vervollständigt. >
Kennzeichnung: (MK). >
Die Angaben über die Internierung im KZ Buchenwald hat uns >
das Thüringische Staatsarchiv, Weimar >
zur Verfügung gestellt. >
Bei den Recherchen über Deportationen aus Frankfurt >
hat uns Herrn Michael Lenarz, >
Jüdisches Museum, Frankfurt/M geholfen. >
Kennzeichnung: (ML), >
Die Angaben über Eintragungen in >
Hausstandsbüchern der Stadt Frankfurt/M >
haben wir von Frau Sigrid Kämpfer >
Institut für Stadtgeschichte, Frankfurt/M erhalten.>
Kennzeichnung: (SK). >
Bei der Ermittlung von Geburtsdaten und>
Familienzusammenhängen hat uns >
Herr Schnitzer, Standesamt Karben, >
in zahlreichen Fällen unterstützt. >
Frau Erika Schade, Stadtverwaltung Karben, >
hat dankenswerterweise mit zahlreichen Daten >
zur Komplettierung der folgenden Aufstellung beigetragen.>
Kennzeichnung: (ES). >
Herr Meinhard Jänsch, Petterweil,>
hat uns freundlicherweisse aus Personenstandsregistern>
der jüdischen Gemeinde Burg-Gräfenrode>
Daten zur Verfügung gestellt,>
die er in einem "Familienbuch" zusammengefaßt hat.>
Kennzeichnung: (MJ).>
Weitere Ergänzungen haben wir der Website >
www.yadvashem.org entnommen.>
Kennzeichnung: (YV) >
und dem Gedenkbuch des Bundesarchivs >
Kennzeichnung: (BG). >
Stolpersteinverlegung am 04.11.07: Kennzeichnung
Stolpersteinverlegung am 23.04.08: Kennzeichnung
Stolpersteinverlegung am 14.02.09: Kennzeichnung
Quelle: Kapitel 26 aus
"Es klingt aus alten Tagen..."
Burg-Gräfenröder
Heimatbuch
von Wilfried Rausch
(Herausgegeben durch den
Magistrat der Stadt Karben)
Seit 1740/1750 bestand in Burg-Gräfenrode eine jüdische Gemeinde. Die Juden aus Burg-Gräfenrode kamen ursprünglich aus dem Rheinland, aus Weilburg und auch einzelne aus Böhmen (Reichenberg).
Um 1890 soll es bei hier ca. 500 Einwohnern insgesamt etwa 30 jüdische Einwohner gegeben haben!
Der jüdische Friedhof am südlichen Rand des Einsiedelwäldchens entstand nach 1800 und bezieht einen früheren Teil mit ein.
Es gibt dort 36 Gräber aus der Zeit Mitte des 19. Jahrhunderts bis ca. 1934.


(Fotos: StolpSteiKarben)
Bis 1915 fand der Gottesdienst in Burg-Gräfenrode regelmäßig statt.
Der Betsaal befand sich in der Freihofstraße Nr.12 (siehe Plan).
1898 ist Moses Bär als Inhaber verzeichnet. Auf ihn folgte die jüdische Familie Hoffstadt (siehe Aufstellung unten). An diesem Haus befand sich der kleine hölzerne Anbau, der der hiesigen jüdischen Gemeinde als Betraum diente.
Rituelle Bäder wurden in einer Mikwe im Haus Weißenburgstraße 9 (ehemals Kirchstraße 9 bzw. Haus Nr. 61) abgehalten.
Der letzte Vorsitzende der jüdischen Gemeinde war Julius Löwenberg (siehe auch unter Ilbenstädter Straße 10). Er starb am 2.12.1928 und wurde auf dem Friedhof in Burg-Gräfenrode beerdigt. Sein früher Tod (34 Jahre) hing wahrscheinlich mit seiner Kriegsverwundung aus dem ersten Weltkrieg zusammen.
Auch sein Bruder Manfred Löwenberg, sowie zwei
weitere jüdischen Bürger aus dem Dorf (Emil Hoffstadt und Friedrich Schott, der
Sohn von Wolf Schott) waren Kriegsteilnehmer.
Gefallenendenkmal 

Alle drei kehrten nicht zurück.
Sie fielen für ihr Vaterland, was große Auswirkungen auf die sehr kleine
jüdische Gemeinde hatte: Ab 1915 konnte kein öffentlicher Gottesdienst mehr
abgehalten werden, da ein „Minjan“, d.h. insgesamt 10 Männer, die für einen
Gemeindegottesdienst notwendig sind, nicht mehr vorhanden waren. Danach ging
man zum Gottesdienst nach Groß-Karben, wo sich dann auch die Thorarolle der
Gemeinde befand.
mehr zur jüdischen Gemeinde in Burg-Gräfenrode > hier
| Freihofstraße 1 |
(Foto: StolpSteiKarben)
In der Freihofstraße 1 
wohnte die Kaufmannsfamilie Schott.
Wolf Schott (*1776 †1852), der Vater von Samson Schott, kaufte das seinerzeit recht baufällige Haus im Jahre
1818:
Schott, Samson, Handelsmann, (geb 1808 in Burg-Gräfenrode (MJ))
Schott, Hanchen, geb. Zimmermann (geb 1816 in Obersemen (MJ))
>>> Schott, Samson starb am 08.06.1883 in Burg-Gräfenrode, seine Ehefrau Hanchen am 08.12.1893 in Burg-Gräfenrode.
Schott, Wolf, (geb 21.11.1853 in Burg-Gräfenrode (MJ))
Sohn von Samson und Hanchen
Ehemann von Julie, Yetta, Schott (Hochzeit am 29.10.1885 in B-Gräfenrode (MJ))
>>> Wolf Schott starb am 14.2.1932 und wurde auf dem jüd. Friedhof in
Burg-Gräfenrode begraben.
Schott, Julie, Yetta, geb. Rohrheimer (MJ) (geb am 08.05.1856 in Lorsch (MJ)),
Ehefrau von Wolf Schott (Hochzeit am 29.10.1885 in Burg-Gräfenrode(MJ))
>>> Starb ca 1912 an einer Gallensteinoperation im
Friedberger Krankenhaus und wurde auf dem jüdischen Friedhof in Burg-Gräfenrode
begraben.
Schott, Rebekka, Meta (geb. am 13.02.1887 in Burg-Gräfenrode (MJ))
Tochter von Wolf und Yetta (Julia).
>>> schon in den 1920er Jahren nach Palästina ausgewandert. Hatte drei
Söhne.
Meta zog später mit Ehemann nach Boston (USA)
Schott, Friedrich, Fritz (geb am
7.11.1888 in Burg-Gräfenrode)
Sohn von Wolf und Yetta (Julie)
>>>1915 im ersten Weltkrieg gefallen in Frankreich bei Bourg en Bac (MJ)
Sohn von Wolf und Yetta (Julia)
>>> Nach der Hochzeit mit Helene Schönfeld (geb am 17.01.91 in Wohnbach) zog er am? nach Wohnbach.
Vom 12. November 1938 (nach Pogrom) bis 6. Februar 1939 im KZ Buchenwald (Häftlingsnummer 25244) interniert.
Informationen zum KZ Buchenwald > hier
>>> Am 15. Sept. 1942 zusammen mit seiner Frau aus Wohnbach verschleppt in das Vernichtungslager Treblinka. Der Zug verließ das "Sammellager Darmstadt" am 30.Sept.1942 (MK,BG).
Information über Vernichtungslager Treblinka > hier
Schott, Hermina, Rina, (geb am 7.5.1892 in
Burg-Gräfenrode),
Tochter von Wolf und Yetta (Julia).
>>> noch vor dem 2. Weltkrieg nach New York ausgewandert (verheiratete
Hecht).
Schott, Johanna, (geb am 10.10.1895 in
Burg-Gräfenrode),
Tochter von Wolf und Yetta (Julia).
>>> Verzogen am ? nach Wohnbach. Sie litt unter Depressionen.
Am 25. September 1940 aus der Heil- und Pflegeanstalt Gießen verschleppt in die
Tötungsanstalt Brandenburg (MK).
Kirschberg, Recha (lt. Geburtenbuch: Regina), geborene Schott,
(geb am 4.6.1897 in Burg-Gräfenrode),
Tochter von Wolf und Yetta (Julia), Hochzeit in Burg-Gräfenrode: 21.3.1922.
Manufaktur- und Kurzwarengeschäft: Er fuhr zu Kunden, seine Frau verkaufte im Geschäft.
>>> Recha zog (flüchtete) am 11.2.1941 mit Ehemann Alex zu seinen Eltern nach Frankfurt in die Rückertstr. 57, (Schwiegereltern wohnten im Haus 59!)
Recha und Alex Kirschberg wurden am 11. Nov. 1941 in das Ghetto Minsk deportiert und ermordet: (MK, BG, ITF-Arolsen). Es gibt aber auch Hinweise auf eine Ermordung in Auschwitz.
Information über Ghetto Minsk unter Ehemann Alex und
> hier und > hier
(siehe auch unter "Stolpersteine-wo" >hier )
Kirschberg, Alex, (geb am 28.11.1893 in Bütow),
Ehemann von Recha Kirschberg, Hochzeit in Burg-Gräfenrode:
21.3.1922.
Sohn von Schneidermeister David Kirschberg und Bertha Kirschberg, geb.
Sternfeld.
Manufaktur- und Kurzwarengeschäft: Er fuhr zu Kunden, seine Frau verkaufte
im Geschäft.
>>> Vom 12. November 1938 (nach Pogrom) bis ? in das KZ Buchenwald (Häftlingsnummer 25226) interniert worden. Entsprechende Unterlagen sind im Thüringischem Hauptstaatsarchiv Weimar unter "Alex Hirschberg" zu finden....
Informationen zum KZ Buchenwald > hier
Alex
Kirschberg zog (flüchtete) am 11.2.1941 mit Ehefrau Recha Kirschberg zu seinen
Eltern nach Frankfurt in die Rückertstr. 57, (Schwiegereltern wohnten im
Haus 59!)
Auszug aus

Frühere Hinweise auf eine Ermordung in Auschwitz haben sich nicht bestätigt.
| Alex´
Vater David (geb am 6.5.1867 in Wejherowo, Neustadt Westpreußen) hatte
in Bütow eine größere Schneiderei (mehrere Angestellte und Azubi), die
er dort jedoch 1933 verfolgungsbedingt aufgeben musste. Er war in Ffm
wieder als Schneider (ohne Angestellte) bis 1937 tätig. Angesichts der
für den 24. Mai 1942 geplanten Deportation "nach Osten" nahm sich der
Vater, am 21. 5.1942 das Leben (zu diesem Zeitpunkt wohnte er mit
Ehefrau in Ffm in der Klingerstraße 27). Alex´ Mutter Bertha ( geb am 12.1.1867 in Puck, Putzig) wurde anschließend im Sandweg 7 ghettorisiert, am 18. August 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert und dort 1945 von den sowetischen Truppen befreit. Sie kehrte im Juli 1945 nach Frankfurt zurück und lebte bis zu ihrem Tod im Jahr 1954 im Jüdischen Altenheim in der Gagernstraße 36. Alex´ Schwester Therese, (geb am 14.9.1899 in Bütow) heiratete Friedrich Kaufmann (geb am 22.7.1894 in Frankfurt) und hatte mit ihm einen Sohn ,Semy (geb am 15.1.1942 in Frankfurt). Am 15. September 1942 verschleppte man das Ehepaar mit dem acht Monate alten Sohn in das Ghetto Theresienstadt. Mutter und Sohn wurden am 6. Oktober 1944 und der Vater am 28. September 1944 in Auschwitz ermordet. (ML) |
1996 wurde in Frankfurt/Mam Neuen Börneplatz in der unmittelbaren Nachbarschaft des Museums Judengasse
und des alten jüdischen Friedhofs eine Gedenkstätte eröffnet.
In die Friedhofsmauer sind über 11 000 Blöcke eingelassen, auf denen die Namen der aus Frankfurt deportierten und ermordeten Juden verzeichnet sind,
unter ihnen Alex und Regina Kirschberg, die 1941 nach Frankfurt flüchteten,
in der Hoffnung hier sicher zu sein.
Neun Monate später wurden sie jedoch nach Minsk verschleppt und ermordet.
(Block für Regina Kirschberg: Auf dem Bild oberste Reihe, ganz rechts).
Die
Gestapo in Frankfurt verschiebt die für ursprünglich 2. November 1941
vorgesehene Deportation um neun Tage auf Donnerstag, den 11. November,
vermutlich um mit einigen Rüstungsbetrieben zuvor Rückstellungswünsche
für jüdische Zwangsarbeiter abzustimmen. Die Opfer werden drei Tage
zuvor über ihre Verschleppung, nicht aber über das Fahrtziel
unterrichtet. Der Frankfurter Transport erreicht das kriegszerstörte Minsk wahrscheinlich am 17. November 1941. Durch die Trümmer müssen die Verschleppten quer durch die Stadt in das Ghetto laufen. dort werden sie mit den Leichen weißrussischer Juden konfrontiert. Um "Platz für die Neuankömmlinge zu schaffen", waren vor deren Ankunft 6624 Ghettoinsassen ermordet worden. (aus "und keiner hat für uns Kaddisch gesagt..." Deportationen aus Frankfurt: Stroemfeld-Verlag) Zwischen dem
11. November und dem 5. Dezember 1941 trafen in sieben Zügen aus
Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt/M, Berlin, Brünn, Bremen und Wien rund
7.000 Juden ein. Weitere geplante Züge wurden wegen der angespannten
Transportlage nach Riga bzw. KZ Jungfernhof umgeleitet.
Etwa 1.400 von den nach Minsk geschafften Juden wurden zum
Arbeitseinsatz in Reparaturwerkstätten, Versorgungslagern der Wehrmacht,
der Organisation Todt und der Eisenbahn eingeteilt. (aus Wikipedia: Minsk) |
und EXTRA-Seite: "Klärchen Kirschberg" >hier
Tochter von Alex und Recha Kirschberg,verheiratete Clare Zweig (Hochzeit in Pittsburgh, Pennsylvania, USA).
(Foto: Einschulung 1929)
(Foto zeigt sie kurz vor ihrer Flucht)In Pittsburgh (PA) heiratete sie am 26.10.1952 Arnold Zweig (* 20.Nov.1921 -
† 21.Sept.2010) und lebt heute in Hollywood (FL).
Im Jahr 2009 besuchte die Initiative "Stolpersteine in Karben" Clare Zweig und ihren Mann in Florida und erstellte eine Filmdokumentation über ihre Lebensgeschichte. >Film-Trailer hier
Im Jahr 2011 kam Clare Zweig nach Karben - Burg-Gräfenrode. Am 25. Mai 2011 fand im Bürgerzentum in Karben ein "Tag der Begegnung" statt >Video hier. Nach dem Film "Klärchen - Flucht in eine fremde Welt" diskutierten die Besucher mit Clare Zweig >Presse etc. hier.
| Freihofstraße 12 |
In
der Freihofstraße 12
wohnte die Familie Hoffstadt,
die vom Viehhandel lebte und recht begütert war.
Hoffstadt, Josef, (geb am 23.02.1859 (ES)
in ?),
heiratete am 05.02.1888 Rosina Moses
>>> zog nach dem Tod der Ehefrau zu seinem Sohn Siegfried nach
Kaiserslautern. Gestorben am ?.
Hoffstadt, Rosina, geborene Moses,(geb am
17.4.1855(ES)in ?),
seine Ehefrau (1. Ehe)
>>> gestorben am 27.07.1889 in Burg-Gräfenrode (ES)
Sohn von Josef und Rosina Hoffstadt.
>>> zog nach Kaiserslautern später nach Berlin. Am 17.11.1941 nach Kaunas verschleppt und am 25.11.1941 im Fort IX erschossen (MK, BG).
Informationen zum KZ Kaunas Fort IX > hier
Mehr zu diesen Exekutionen (Jäger-Bericht)> hier
Hoffstadt, Täubchen, geborene Mais, (geb
am ? in ?),
2. Ehefrau von Josef Hochstadt
(ES)
>>> gestorben am
24.10.1927 in Burg-Gräfenrode(ES).
Sohn von Josef und Täubchen Hoffstadt (ES)
>>> lebte seit 1915 in Nieder-Wöllstadt (Konfektionswarenhandlung), zog später nach Burg-Gräfenrode. Am 15.07.1927 heiratete er Gerti Grünewald aus Okarben. 1937 verkauften sie das Anwesen. Vom Erlös finazierten sie die gemeinsame Flucht nach Haifa. Nach dem Krieg Scheidung am 03.12.1954. Max wohnte danach in Rheinhessen und betrieb in Frankfurt wieder ein Textilgeschäft.
Gestorben am 05.06.1974 in Troisdorf.
| Weißenburgstraße 1 |
(Foto: StolpSteiKarben)
Im Haus Weißenburgstraße 1 
lebte die Familie Löwenberg. Es waren die Nachkommen von Ferdinand Löwenberg (12.Jan 1865 - 10.Okt 1925) der eine Landprodukt- und Eisenhandel betrieb.
Er hatte mit seiner Frau Hanna die Kinder
> Julius (siehe auch Ilbenstädter Str 10),
> Manfred (im 1. Weltkrieg gefallen) und
> Willi (wohnte weiter im gleichen Haus)
Löwenberg, Hanna, geb Jakob, (geb am ? in ?), Witwe von Ferdinand Löwenberg.
>>> Sie starb 1930?33 und war die letzte jüdische Mitbürgerin, die auf dem hiesigem Friedhof beigesetzt wurde.
(siehe auch unter "Stolpersteine-wo" >hier )
Löwenberg, Willi, (geb am 20.5.1899 in
B.-Gräfenrode), Sohn von Hanna und Ferdinand Löwenberg, Bruder von Julius
Löwenberg (siehe auch Ilbenstädter Straße 10) und Manfred, der im 1. Weltkrieg
gefallen ist.
>>> Vom 12. November 1938 (nach Pogrom) bis 15. Dezember
1938 in das KZ Buchenwald (Häftlingsnummer 25232) interniert worden.
Informationen zum KZ Buchenwald > hier
Mit seiner Ehefrau Martel und Tochter Judith am 17.12.40* (SK)
nach Frankfurt, Fürstenberger Straße 141 gezogen. Von hier am 19.10.41 (ML)
in das Ghetto Lodz verschleppt und ermordet (MK). Information über Ghetto Lodz > hier
Am 19. Oktober 1941 werden jüdischen Familien in Frankfurt am frühen Morgen von SA und Gestapo aufgefordert, jeweils zwei Koffer zu packen und
ihre Heimatstadt sofort zu verlassen. Sie müssen von SA Leuten
eskortiert durch die Stadt zur Großmarkthalle laufen. Entlang des Weges
stehen viele Frankfurter, die sie beschimpfen, bespucken und mit faulem
Gemüse bewerfen. Gegen Mittag erreichen sie die Großmarkthalle. Dort müssen sich die Frauen und Mädchen einer entwürdigenden Leibesvisitation in Anwesenheit von SA- und SS-Männern unterziehen. In der Nacht verlässt ein alter Personenzug mit Einzelabteilen 3. Klasse Frankfurt und erreicht zwei Tage später den Bahnhof Radegast bei Lodz. Das Fahrtziel blieb den Verschleppten bis zur Ankunft unbekannt… Das im jüdischen Armenviertel eingerichtete Ghetto bestand seit Frühjahr 1940. Damals wurden 164.000 Juden aus dem von den Deutschen in Litzmannstadt umbenannten Lodz dort eingepfercht. 1941 und 1942 werden etwa 20.000 Juden aus Deutschland, Österreich, der Tschechoslowakei und Luxemburg sowie 18.500 aus dem Warthegau (Gebiet um Posen und Lodz) in das Ghetto verschleppt. Bis zur Auflösung im Sommer1944 passieren insgesamt circa 204800 Menschen das Ghetto. Von Januar bis Mai 1942 werden 55.000 Juden und 5.000 Sinti und Roma aus Lodz ins nahe gelegene Chelmno deportiert und dort in Gaswagen ermordet, im September 1942 nochmals 20.000 Ghettobewohner, meist Ältere, Kinder und Schwache. 1944 werden die im Ghetto verbliebenen Menschen in die Vernichtungslager Chelmo und Auschwitz verschleppt… (aus "und keiner hat für uns Kaddisch gesagt..." Deportationen aus Frankfurt: Stroemfeld-Verag) |
Löwenberg, Martel (Martha), geborene Salomon, (geb am 5.11.1899 in Beerfelden), Ehefrau von Willi Löwenberg.
>>> Mit ihrem Ehemann Willi und Tochter Judith am 17.12.40* (SK) nach Frankfurt, Fürstenberger Straße 141, gezogen.
Von hier am 19.10.41 (ML) in das Ghetto Lodz verschleppt und ermordet (MK).
Information über Vernichtungslager Chelmno (60 km entfernt) > hier
(siehe auch unter "Stolpersteine-wo" >hier )
Löwenberg, Inge, (geb am 8.1.1931 in Burg-Gräfenrode), Tochter von Willi und Martel.
>>> Am 7.1.41* (SK) mit Bruder Kurt in Frankfurt vom Röderbergweg 87 ("Internat"* ), zur Fürstenberger Straße 141, Frankfurt gezogen (SK) und von hier am 19.10.41 (ML) in das Ghetto Lodz verschleppt und ermordet.
Geschichte des Ghettos Lodz, Chronologie > hier
Information über Vernichtungslager Chelmno (60 km entfernt) > hier
Löwenberg, Kurt, (geb am 4.1.33 in Burg-Gräfenrode), Sohn von Willi und Martel.
>>> Am 7.1.41*(SK) mit Schwester Inge von Frankfurt, Röderbergweg 87 ("Internat"* ), zur Fürstenberger Straße 141, ebenfalls in Frankfurt, gezogen (SK) und von hier am 19.10.41 (ML)in das Ghetto Lodz verschleppt und ermordet(MK).
(siehe auch unter "Stolpersteine-wo" >hier )
Löwenberg, Judith, (geb am 21.3.1939 in Frankfurt), Tochter von Willi und Martel.
Judith ist in Frankfurt geboren, da 1939 in Burg-Gräfenrode und näherer Umgebung keine Geburtshilfe für jüdische Frauen mehr möglich war.
>>> Mit ihren Eltern am 17.12.40*(SK)nach Frankfurt, Fürstenberger Straße 141 gezogen und von hier am 19.10.41 (ML) in das Ghetto Lodz verschleppt
und ermordet (MK).
Geschichte des Ghettos Lodz, Chronologie > hier
Information über Vernichtungslager Chelmno (60 km entfernt) > hier
* Die Anmeldung in der Wohnung in der Fürstenberger Strasse differiert
bei den Eltern und den schulpflichtigen Kindern Inge und Kurt um 20 Tage,
weil sie (ab ??) in Frankfurt im Röderbergweg 87
in einem jüdischen Waisenhaus untergebracht waren,
da in Burg-Gräfenrode und näherer Umgebung
kein Schulbesuch für jüdische Kinder mehr möglich war
und die Situation für jüdische Kinder unerträglich geworden war.
| Ilbenstädter Straße 10 |
(Foto: StolpSteiKarben)
Das Haus in der
Ilbenstädter Straße 1
bewohnte ein Zweig der Familie Löwenberg aus der Weißenburgstraße 1.
Löwenberg, Julius,
(geb am 19.5.1894), Sohn von Ferdinand und Hanna Löwenberg (siehe Weißenburgstraße1)
(siehe auch unter "Stolpersteine-wo" >hier )
Löwenberg, Dora, Rosa, geborene Hessenberger (geb am 7.3.1893 in Staden),
Witwe von Julius Löwenberg.
>>> 1936 mit Tochter Margot nach Frankfurt, Ostendstraße 26, gezogen (geflohen), später in die Schwanenstraße 22, von dort am 22. November 1941 nach Kaunas deportiert und nach der Ankunft am 25.11.1941 ermordet (BA,MK).
(siehe auch unter "Stolpersteine-wo" >hier )
Löwenberg, Margot, (geb am 9.3.1924 in Burg-Gräfenrode),
Tochter von Rosa und Julius Löwenberg.
>>> Besuchte von 1930 bis 1936 die Volksschule Burg-Gräfenrode.
Margot (Mitte) mit Klärchen Kirschberg (links) und Schwester Rosel (rechts). Im Hintergrund ein Junge aus der Nachbarschaft.
1936 ist sie mit Mutter nach Frankfurt, Ostendstraße 26, geflohen, besuchte hier das Philanthropin bis 1938. Mutter und Tochter zogen später in die Schwanenstraße 22, von dort am 22. November 1941 nach Kaunas deportiert und nach der Ankunft am 25.11.1941 ermordet (BA,MK).
Mehr zu diesen Exekutionen (Jäger-Bericht)> hier
Löwenberg, Rosel, (geb am 23.6.1921 in Burg-Gräfenrode),
Tochter von Rosa und Julius Löwenberg.
>>> konnte (vermutlich im Alter von 16 Jahren) nach New York entkommen, hier verheiratete Marx. Lebt heute (2011) bei einer ihrer Töchter in Kalifornien.
| Berliner Straße 18 |
Auf der Berliner Straße 18,
rechts neben dem Rathaus liegend, befindet sich das Anwesen der Familie Jakob, die einen Gemischtwarenhandel betrieb:
Jakob, Jakob, (geb am 12.1.1847 in ?).
(bei der Geburt der Tochter Lina ist im Geburtenbuch der Familienname Jacob !!! angegeben)
>>> Am 26.05.1914 verstorben und begraben in Burg-Gräfenrode.
Jakob, Bettyne (?), geborene Schott (geb am 27.7.1843)
seine Ehefrau.
>>> Am 03.03.1908 verstorben und begraben in Burg-Gräfenrode.

(Foto: StolpSteiKarben)
(siehe auch unter "Stolpersteine-wo" >hier )
Jakob, Lina, (geb am 18.12.1878),
beider Tochter.
>>> Am 1. Januar 1939 verzogen nach Frankfurt, Schwanenstraße 22 (Volkszählung 17.5.1939), von dort am 22.Nov. 1941 nach Kaunas deportiert und am 25. Nov. 1941 erschossen BG, MK).
| Urspünglich
soll der Transport vom 22. November 1941, einem Freitag, nach Riga
gehen. Doch wegen Überfüllung des dortigen Ghettos wird er in das
litauische Kowno (Kaunas) umgeleitet, wo der Zug am 24. November 1941
eintrifft. Vom Bahnhof müssen die Verschleppten durch die Stadt und das im Juli 1941 errichtete Ghetto sechs Kilometer zum Fort IX laufen. Dort waren einen Monat vorher mehr als 10 000 litauische Juden erschossen worden. In der ehemaligen Befestigungsanlage (Fort IX) besteht seit dem ersten Weltkrieg ein Gefängnis. Die Verschleppten verbringen die Nacht in den Zellen. Man sagt Ihnen, sie würden im Ghetto Kowno untergebracht. Am 25. November 1941 zwingen Bewacher die Menschen in Gruppen von etwa 80 Personen zunächst zum „Morgensport“ in die eiskalte Luft. Im Dauerlauf müssen sie in bereits von russischen Kriegsgefangenen ausgehobene Gruben außerhalb der Umfassungsmauer des Forts laufen. Plötzlich eröffnen in den bewaldeten Hügeln versteckte Schützen das Feuer aus Maschinengewehren. Ohne Kontrolle, ob die Opfer tatsächlich tot sind, werden die Gruben zugeschüttet. Leicht oder gar nicht Verletzte werden lebendig begraben. Keiner der aus Frankfurt Verschleppten entgeht diesem Massaker des Einsatzkommandos 3. Bei dem Massaker im November 1941 werden erstmals alle Verschleppten eines Transportes aus Deutschland ermordet. (aus "und keiner hat für uns Kaddisch gesagt..." Deportationen aus Frankfurt: Stroemfeld-Verag) |
Mehr zu diesen Exekutionen (Jäger-Bericht)> hier
Jakob, Hanna, verheiratete Löwenberg, Mutter von Willi und Julius Löwenberg
>>>Sie Starb 1930 (33?), mehr unter Weißenburgstraße 1
Kaufmann, Emilie, geborene Jakob, (geb am ? in ?),
beider Tochter.
>>> wohnte in Frankfurt. Schicksal unbekannt.
Jakob, Frieda Margot, (geb 1884 in ?),
beider Tochter (die jüngste!)
>>>
heiratete Dr. med Lajos (Ludwig) Szametz und wohnte seit 1912 in Bad
Vilbel. Sie wanderten 1936 nach Palästina aus, später in die USA.

(Foto: StolpSteiKarben)
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